Podiumsdiskussion mit Thomas Casagrande, Karl Pfeifer und Leopold Steurer
Moderation: Sabine Mayr und Joachim Innerhofer
Karl Pfeifer ist einer der streitbarsten Publizisten Österreichs. Er befasst sich mit dem erstarkten Nationalismus und Antisemitismus genauso wie mit der Aufarbeitung der Vergangenheit und mit Antifaschismus. Karl Pfeifer wurde 1928 in Baden bei Wien geboren. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland musste er als Kind nach Ungarn flüchten, wo er 1940 der sozialistisch-zionistischen Jugendorganisation Haschomer Hatzair beitrat. Noch vor der deutschen Besetzung Ungarns gelang ihm im Januar 1943 mit weiteren 50 Jugendlichen und Kindern auf abenteuerliche Weise die Flucht nach Palästina, wo er in einem Kibbuz lebte, ab 1946 in der Elitetruppe Palmach und nach der Staatsgründung Israels bis 1949 in der israelischen Armee diente. Nach seiner Rückkehr nach Österreich 1951 war Karl Pfeifer langjähriger Redakteur der Zeitung der Israelitischen Kultusgemeinde und Korrespondent des israelischen Radios in Wien. Seit 1999 ist er Wiener Korrespondent der Budapester Wochenzeitung „Hetek“. Seine Buchpublikationen umfassen: „Nicht immer ganz bequem“ (1996), die Israel-Studie mit Theodor Much „Bruderzwist im Hause Israel“ (1999), „Einmal Palästina und zurück: Ein jüdischer Lebensweg“ (2013), „Immer wieder Ungarn. Autobiographische Notizen, Nationalismus und Antisemitismus in der politischen Kultur Ungarns – Texte 1979 bis 2016“ (2016).
Thomas Casagrande stellt im Band "Südtiroler in der Waffen-SS. Vorbildliche Haltung, fanatische Überzeugung" (2016) mit mehreren Kurzbiografien und einem ausführlichen Lebenslauf seines Vaters Otto Casagrande Motivation und Einsatz der Südtiroler bei der Waffen-SS anschaulich dar. Casagrande besucht Südtirol immer wieder, um mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulstufen über sein Buch zu diskutieren. Weitere Veröffentlichung: "Die volksdeutsche SS-Division 'Prinz Eugen'. Die Banater Schwaben und die nationalsozialistischen Kriegsverbrechen" (2003).
Leopold Steurer studierte Geschichte, Philosophie,Germanistik und Politikwissenschaft an den Universitäten Wien und Bonn. Von 1981 bis 2010 Professor für Geschichte und Philosophie am Realgymnasium in Bozen, jetzt freier Publizist. Zahlreiche Publikationen zu Themen der Südtiroler Geschichte des 19. und 20. Jahrhundert, z.B.: "Südtirol zwischen Rom und Berlin 1919-1939" (1980), "Deutsche! Hitler verkauft euch! Das Erbe von Option und Weltkrieg in Südtirol" (2010).
Link zum Artikel "L'ombra lunga dei fascismi che intossica il Sudtirolo" von Jimmy Milanese im "Alto Adige" (8. Mai 2018)
